Volksseuche Adipositas - Kein Konzept zur Behandlung? |
| Verfasser: BVAC (bhs) am 12.06.2008 |
| Presse >> Pressemitteilung |
Knapp 5 % aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern werden für die Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet, denn Übergewicht ist nicht nur lästig, sondern ruft auch Krankheiten hervor, die sogar tödlich enden können. Sie stellen neben dem Nikotinmissbrauch die wichtigste Ursache für einen vermeidbaren, vorzeitigen Tod dar.
Neben der sozialen Isolation der Betroffenen steht Übergewicht im engen Zusammenhang mit chronischen Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Gicht, Herzschwäche, Schlaganfall, Hüft-, Knie-, Fuß- und Rückenbeschwerden, sowie Bluthochdruck. Es gilt auch als gesichert, dass verschiedene Krebserkrankungen bei adipösen Menschen häufiger zu verzeichnen sind.
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) morbide Adipositas schon 1997 als Krankheit anerkannt hat, ist dies in Deutschland noch nicht der Fall. Selbst schwerstes Übergewicht gilt vielfach nur als Willensschwäche.
„Das Gesundheitswesen könnte Millionen einsparen, wenn die Kosten für Magenverkleinerungen übernommen würden, anstatt ein Leben lang für Folgeerkrankungen zu bezahlen“, so Rainer Westenberg, Vorsitzender des neu gegründeten Bundesverbandes Adipositas-Chirurgie e.V. (BVAC) anlässlich eines Symposiums in Hamburg-Eppendorf.
In der Tat zeigen Studien, dass viele der Folgeerkrankungen durch eine massive Abnahme gemindert oder sogar komplett bekämpft werden können – mit langfristiger Entlastung für das Gesundheitswesen. "Ganz zu schweigen von den sozialen Vorteilen für die Betroffenen, die wieder aktiv am Leben teilhaben können. Viele trauen sich nicht mehr aus dem Haus, gehen nicht mehr ins Theater, zum Schwimmen. Über kurz oder lang gehen alle sozialen Kontakte verloren.“, so Westenberg. "Dabei geht es nicht um die OP als Lösung für alles, aber wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, darf sie dem Patienten nicht verwehrt werden".
Der BVAC ist kein ärztlicher Fachverband, sondern eine aus Patientenkreisen entstandene Interessengemeinschaft, die in Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und Vertretern von Gesundheitsorganisationen an praktikablen Lösungen arbeiten möchte. Darüber hinaus wird aktiv an einem bundesweiten Netz von Selbsthilfegruppen gearbeitet, das als Anlaufstelle für Betroffene dienen soll.
Betroffene finden hilfreiche Informationen auf dem Infoportal http://www.adipositas-portal.de, auf der Webseite des BVAC (http://www.bvac.de), oder telefonisch unter 040 / 761 11 584.
zuletzt geändert: 06.02.2009 at 20:43:11
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